Schwangerschaftsabbrüche sind eine Klassenfrage (3)

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Wer ist auf Schwangerschaftsabbrüche in der öffentlichen Gesundheitsversorgung angewiesen?

In Flensburg entscheidet momentan ein alter Ritterorden über die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen. Für viele ungewollt Schwangere ist die öffentliche Daseinsvorsorge unersetzbar. Für Personen mit genug Geld und Ressourcen ist auch ein privat finanzierter Schwangerschaftsabbruch umsetzbar.

Schwangerschaftsabbrüche werden somit zur Klassenfrage. Während Menschen mit genug Vermögen sich selbst helfen können, leiden vor allem Menschen aus der arbeitenden Klasse unter den aktuellen Zuständen. Die weiteren geplanten Kürzungen im sozialen Bereich verstärken dies.

Fast 60 Prozent von ungewollt Schwangeren stoßen laut einer Elsa-Studie auf Schwierigkeiten bei der Organisation eines Schwangerschaftsabbruchs sowie bei der Beschaffung von Informationen. 4,5 Millionen Menschen leben außerhalb einer „angemessenen“ Erreichbarkeit von 40 Autominuten zum nächstmöglichen Angebot für einen Schwangerschaftsabbruch.

Armutsbetroffene Menschen sind zusätzlichen Schwierigkeiten ausgesetzt. 40 Autominuten werden im öffentlichen Nahverkehr gerne mehr als das doppelte an Fahrtzeit. Ein Termin kann im Zweifel einen ganzen Tag in Anspruch nehmen. Es muss die Fahrt bezahlt, die eigene Arbeitsstelle koordiniert und gegeben falls auch die Betreuung von Kindern organisiert werden. All das, während sich die Betroffenen ohnehin in einer Stresssituation befinden.

Ein modernes Krankenhaus, welches mit einem dreistelligen Millionenbetrag vom Land Schleswig-Holstein gefördert wird, bietet keine grundsätzliche Gesundheitsversorgung für ungewollt Schwangere an. Obwohl die Menschen der arbeitenden Klasse keine Entscheidungsmacht in dieser Frage haben, sind sie die Leidtragenden.  

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